Direkt zum Hauptbereich

Weiß man, was Birken wissen?



Nun war es eine Zeitlang bei der Frau Holle, 
da ward es traurig und wusste anfangs selbst nicht, 
was ihm fehlte, endlich merkte es, dass es Heimweh war; 
ob es ihm hier gleich viel tausendmal besser ging als zu Hause, 
so hatte es doch Verlangen dahin. 
Endlich sagte es zu ihr: 
"Ich habe den Jammer nach Haus kriegt, 
und wenn es mir auch noch so gut hier unten geht, 
so kann ich doch nicht länger bleiben, 
ich muss wieder hinauf zu den Meinigen."
Die Frau Holle sagte: 
"Es gefällt mir, dass du wieder nach Hause verlangst, 
und weil du mir so treu gedient hast, 
so will ich dich selbst wieder hinaufbringen."
Sie nahm es darauf bei der Hand und führte es vor ein großes Tor. 
Das Tor ward aufgetan, 
und wie das Mädchen gerade darunter stand, 
fiel ein gewaltiger Goldregen, 
und alles Gold blieb an ihm hängen, 
so dass es über und über davon bedeckt war. 
"Das sollst du haben, weil du so fleißig gewesen bist",
 sprach die Frau Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die ihm in den Brunnen gefallen war. 
Darauf ward das Tor verschlossen, 
und das Mädchen befand sich oben auf der Welt, 
nicht weit von seiner Mutter Haus.

aus dem Märchen "Frau Holle"



*

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

einstimmig

stimm an, tote,
das große wort,
lass uns hören,
was zu sagen ist,
gib den ton an,
damit es stimmt,
so sprechen wir
aus einem mund,
dein vorbild
lacht uns an.


Sr.

für Mirjam Hege


*

Fischzug

Ein kleiner Junge, neugeboren, lebend geboren, wurde am Nachmittag des Karsamstags 2017 in Schifferstadt gefunden. Zwei Mitarbeiter einer Spedition  entdeckten die kleine Leiche in einem Altkleidersack. Sie waren dabei, die Säcke aus Sinsheim oder Mühlhausen in einen  sogenannten Schiffscontainer zu verladen,
der als Sammelstelle für Altkleider verwendet wird.

Der Junge war in diese beiden Handtücher gewickelt.

Wer bist du, Kind?





schwiizer

luege aaluege zueluege
nöd rede sicher sii nu luege
nüd znäch nu vu wiitem ruig bliibe
schwiizer sii schwiizer bliibe nu luege.


Eugen Gomringer