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Ein alter Tibetteppich


Deine Seele, die die meine liebet,
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.



Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.



Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit,
Maschentausendabertausendweit.




Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron,
Wie lange küsst dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon?



Else Lasker-Schüler



*

Kommentare

  1. Wie heißt das Gedicht? 'Ode an den oder die TeppichweberIn'? Wunderschöner Text und Bilder.
    Maschentausendabertausendweit, das spür ich manchmal auch - beim Stricken. Es ist wie Meditation.

    Nun erst sehe ich, dass hier auch etwas von Herrn Schnurre steht. Seine Worte sind so gar nicht zum lächeln. Sein Name schon.

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    1. Es heißt tatsächlich "Ein alter Tibetteppich".-
      Und Schnurre? - "Schnurre, Rädchen, schnurre, schnurre das Stroh zu Gold..."

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*

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