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Du, Hände




Du, Hände, welche immer geben, 
die müssen blühn von fremdem Glück.
Zart wie ein zages Birkenbeben 
bleibt von dem gebenden Erleben 
ein Rhythmenzittern drin zurück.

Das sind die Hände mit den schmalen
Gelenken, die sich leise mühn; 
und wüssten die von Kathedralen, 
sie müssten sich in Wundenmalen 
vor allem Volke heiligblühn.


Rainer Maria Rilke



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einstimmig

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Sr.

für Mirjam Hege


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Wer bist du, Kind?





schwiizer

luege aaluege zueluege
nöd rede sicher sii nu luege
nüd znäch nu vu wiitem ruig bliibe
schwiizer sii schwiizer bliibe nu luege.


Eugen Gomringer