Donnerstag, 27. Dezember 2012

Freitag, 21. Dezember 2012

Newtown, Sandy Hook



Charlotte Bacon, 6
Daniel Barden, 7
Olivia Engel, 6 
Josephine Gay, 7
Ana M. Marquez-Greene, 6
Dylan Hockley, 6 
Madeleine F. Hsu, 6 
Catherine V. Hubbard, 6
Chase Kowalski, 7 
Jesse Lewis, 6 
James Mattioli, 6 
Grace McDonnell, 7
 Emilie Parker, 6
Jack Pinto, 6 
Noah Pozner, 6
Caroline Previdi, 6
Jessica Rekos, 6 
Avielle Richman, 6
Benjamin Wheeler, 6 
Allison N. Wyatt, 6
Rachel Davino, 29
Dawn Hochsprung, 47 
Anne Marie Murphy, 52
Lauren Rousseau, 30 
Mary Sherlach, 56
Victoria Soto, 27
Nancy Lanza, 52
Adam Lanza, 20




*

Sonntag, 2. Dezember 2012

Ein Gleichnis


 


So wie das Fenster anfangs nur ein Schimmer
von künstlichen, doch blinden Eiskristallen,
durch die gedämpft ins winterliche Zimmer
der Morgensonne liebe Strahlen fallen -

doch mehr und mehr löst sich der Reif und Glimmer,
verästeln sich die Blumen zu Korallen,
und lang bevor die Mittagsglocken hallen,
bestehn auch diese Taugebilde nimmer -

der ganzen Sonne liegt der Raum nun offen,
das Glas ward klar und lässt nun ohne Schleier
den schöpferischen Segen einwärts fluten -

so wehrt, seit deine Liebe mich getroffen,
mein Sinn, vom Eis der Abwehr täglich freier,
kaum länger ihren unverwandten Gluten.


Christian Morgenstern


Dienstag, 13. November 2012

Sonntag, 11. November 2012

überBrücken



Der Lebende muss dem Toten zur Verfügung stehen.
Der Tote muss sich wenden können zu den Gedanken der Lebenden,
und was er erlebt,
muss geschaut werden können
aus dem Spiegeln der Gedanken der Lebenden in ihm.

...

Es zeigt sich in der Tat, dass der,
der einem als Toter gegenübertritt,
etwas in sich erlebt wie eine Sehnsucht.
Er weiß aber nicht, worauf diese Sehnsucht hinaus will.
Man kommt mit ihm zusammen,
und wird man dadurch dazu geführt,
dass man mit ihm in eine Beziehung tritt,
so kann man in allen Verhältnissen mit den Toten wirken.
Steht man in der spirituellen Weisheit,
so ist sie durchleuchtet,
und die Toten nehmen das Licht wahr.
Nimmt aber die Seele keine spirituelle Weisheit in sich auf,
so bleibt sie finster 
und die Toten können die Seele nicht wahrnehmen.
Dass die Toten mit uns leben können,
das hängt davon ab,
was wir ihnen entgegenbringen können.


Rudolf Steiner






auch für J.B.






Donnerstag, 11. Oktober 2012

ihr mit dem ohr

unter der wiese:
hört ihr das gras wachsen?
und macht es ein geräusch,
wenn der baum trinkt?
lasst es uns wissen!

 






Sonntag, 23. September 2012

Wer wohnt wo

1
Und wen sie nicht gelebt haben
den sterben sie noch heute.



 

2
Unter den Märchen. Oder
über den Märchen. Zwischen 2 Orten
wohnen die Menschen. Beiderlei Sorten.
Ruf mich mit beiderlei Worten

Thomas Brasch







Dienstag, 18. September 2012

Unsere

Einheit ist schöpferisch
jenseits der Grenze des Körpers,
mit ihm als Einsatz.

 


Thomas Edward Lorenz,
notiert von Dag Hammarskjöld in seinem Tagebuch "Zeichen am Weg"

Freitag, 31. August 2012

Der jüdische Friedhof in Neustadt an der Weinstraße



Innere Wandlung kann nichts anderes bedeuten,


als dass einer seine derzeitige Tatsächlichkeit überholt;


als dass die Person, die mit einem gemeint ist,


die bisher erschienene durchdringt;


dass die Gewohnheitsseele 


sich zur Überraschungsseele weitet und wandelt.


Das ist es, was die Propheten Israels



in ihrer Glaubenssprache unter Umkehr verstanden;



nicht Rückkehr zu einem früheren, schuldlosen Stadium des Lebens,


sondern ein Umschwingen dahin,


wo das verzettelte Hin und Her 


zum Schreiten auf einem Weg wird


und die Schuld sich sühnt



in der entstandenen Echtheit



der Existenz.









Martin Buber