Mittwoch, 21. September 2011

Traum


Ich komme mit dem Kind zu einem Gebäude.
Es ist wohl die Leichenhalle eines großen Friedhofs.
Oder auch ein Teil eines Krankenhauses,
in dem die Verstorbenen liegen,
bis sie zum Friedhof gebracht werden.
Eine Frau erzählt mir,
dass im Raum nebenan ein junger Mann in seinem Sarg liege.
Ich betrete mit dem Kind diesen Raum.
Der Sarg ist seitlich offen,
als sei eine Seitenwand heruntergeklappt.
Ich sehe den jungen Toten.
Er ist etwa zwanzig Jahre alt,
zart, blond, trägt einen Zopf.
Mit dem Kind nähere ich mich dem Toten,
da beginnt dieser sich zu regen.
Es ist wie ein Erwachen von ganz weither,
ein Atemholen aus großer Tiefe.
Zuerst kommt Leben in seinen Kopf,
der sich langsam hin und her dreht.
Die Augen sind noch geschlossen.
Er ist wie im Traum.

Ich laufe nach draußen,
um einen Arzt zu rufen,
damit dieser weitere Wiederbelebung machen kann.
Es dauert, bis ich die Zuständigen
von der Dringlichkeit überzeugt habe.
Schließlich telefoniert eine Schwester mit einem Arzt.

Ich gehe zurück in den Raum zu dem Toten.
An der aufgeklappten Seitenwand seines Sarges steht jetzt
ganz dicht eine Liege.
Ich lege mich darauf, nah zu ihm,
er kehrt sich zu mir,
immer weiter in dem Aufwachprozess,
und nimmt Leben von meinem Leben.








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