Sonntag, 30. Januar 2011

Wir sind so wund,

dass wir zu sterben glauben
wenn die Gasse uns ein böses Wort nachwirft.
Die Gasse weiß es nicht,
aber sie erträgt nicht eine solche Belastung;
nicht gewöhnt ist sie einen Vesuv der Schmerzen
auf ihr ausbrechen zu sehn.
Die Erinnerungen an Urzeiten sind ausgetilgt bei ihr,
seitdem das Licht künstlich wurde
und die Engel nur noch mit Vögeln und Blumen spielen
oder im Traume eines Kindes lächeln.

Nelly Sachs









Jemand ist mir begegnet:





















1 Kommentar:

  1. Danke für das Gedicht - ich habe es lange gesucht und jetzt ins Englische übersetzt (Blog http://nellysachsenglish.wordpress.com/2013/04/29/we-are-so-sorely-hurt/)

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