Donnerstag, 29. Dezember 2011

Sonntag, 18. Dezember 2011

Samstag, 17. Dezember 2011

Moment mal -




bist du nicht
der mit dem Schirm?
Doch, jetzt erkenne ich dich
am Schritt, hast dich ja
gar nicht verändert, die
Stimme wie früher, ich
erinnre mich gut, 
bist du nicht


-


gestorben?






*

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Sonntag, 11. Dezember 2011

Ach so,


du
hast heute den
senfgelben Mantel an-
gezogen, die Basken
mütze in blau, trägst
en passant deine drei Taschen,
knöchelhoch gehst du
mittendurch,
heute als Frau,
morgen find' ich dich auch, du
wirst sehen...







*

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Frau Pohl...

...mochte Katzen.

Mag Katzen.
Mag sie Katzen noch?
Kann sie Katzen noch mögen?
Weiß sie noch von Katzen?
Fühlt sie noch das Fell unter ihrer Hand,
den zartfesten Druck an den Beinen,
wenn die Katze sie umwindet?
Hört sie das Schnurren noch?


Frau Pohl?
Hören Sie mich?







Mittwoch, 30. November 2011

nachRichten


Guten Tag, 
meine sehr verehrten Damen und Herren!

Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfuhren,
staunten die Besitzer nicht schlecht,
als sie heute in der Frühe 
diesen vorweihnachtlichen Baumschmuck auf ihrem Grundstück vorfanden.



Der Tat dringend verdächtig sind drei
als Gärtner getarnte Männer.



Ein vierter ist flüchtig,
steht jedoch im Verdacht,
der Anführer zu sein.




Die weiteren Aussichten:
Sonnenklar!








*

Montag, 28. November 2011

Gefunden


Ich ging im Walde 
So für mich hin, 
Und nichts zu suchen, 
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich 
Ein Blümchen stehn, 
Wie Sterne leuchtend, 
Wie Äuglein schön.


Ich wollt es brechen, 
Da sagt es fein: 
Soll ich zum Welken 
Gebrochen sein ?






Ich grubs mit allen 
Den Würzlein aus, 
Zum Garten trug ichs 
Am hübschen Haus.


Und pflanzt es wieder 
Am stillen Ort; 
Nun zweigt es immer 
Und blüht so fort.



Goethe


'




Donnerstag, 24. November 2011

Mittwoch, 16. November 2011

Samstag, 12. November 2011

Angelus





Der Engel in dir
freut sich über dein
Licht
weint über deine Finsternis

Aus seinen Flügeln rauschen
Liebesworte
Gedichte Liebkosungen

Er bewacht
deinen Weg

Lenk deinen Schritt
engelwärts



Rose Ausländer






Foto vom 15.8.2011


Mittwoch, 9. November 2011

Lichte





« Es ist beim Übertritt eines uns lieben Menschen in die andern Welten ganz besonders wichtig, dass wir unsere Gedanken und Gefühle zu ihm senden, ohne dass wir die Vorstellung aufkommen lassen, als wollten wir ihn zurückhaben. Dies Letztere erschwert dem Hingegangenen das Dasein in der Sphäre, in die er einzutreten hat. Nicht das Leid, das wir haben sondern die Liebe, die wir ihm geben, sollen wir in seine Welten senden. ... Werden Sie ganz still in sich dreimal des Tages, wovon das eine Mal unmittelbar am Abend vor dem Einschlafen sein soll, so dass Sie die Gedanken selbst mit hinübernehem in die geistige Welt. Am besten ist es Sie schlafen mit den Gedanken ein : 

Meine Liebe sei den Hüllen,
Die dich jetzt umgeben -
Kühlend alle Wärme,
Wärmend alle Kälte -
Opfernd einverwoben!
Lebe liebgetragen,
Licht beschenkt nach oben!

Es kommt darauf an, dass Sie bei den Worten "Wärme" und "Kälte" die richtigen Gefühle haben. Es sind nicht physische "Wärme" und "Kälte" gemeint, sondern etwas von Gefühlswärme und Gefühlskälte ... Dieses Nichthaben der physischen Organe gleicht - aber eben gleicht nur - dem Gefühle des brennenden Durstes ins Seelische übertragen. .. Und ebenso ist es mit dem, wonach unser Wille verlangt, es zu tun. Er ist gewohnt, sich physischer Organe zu bedienen und hat sie nicht mehr. Diese "Entbehrung" kommt einem seelischen Kältegefühl gleich. Gerade diesen Gefühlen gegenüber können die Lebenden helfend eingreifen. 







Rudolf Steiner





Montag, 31. Oktober 2011

reFormation

Mein Eigenwille und meine Selbstliebe sollen ganz tot sein,



und ich soll nichts suchen,
als dass der reinste Wille Gottes in mir geschehe;



ich soll bereit sein zum Sterben,
bereit, jede Gestalt des Lebens zu bejahen,
die der Töpfer dem Gefäß meines Lebens geben will.



Das ist aber hart und sehr schwierig und der Natur unmöglich.



Dabei liebe ich mich nicht in mir,
sondern in Gott,
nicht in meinem Willen,
sondern im Willen Gottes.



So werde ich dann auch den Nächsten lieben wie mich selbst,
in dem Wunsch und mit dem Bemühen,
dass allein der Wille Gottes in ihm geschehe, keineswegs aber der seine.





Martin Luther



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Freitag, 28. Oktober 2011

grenzWert




Chagall


Alles kann man, was man will.
Und man kann die Welt besiegen.
Wenn man eine Liebe hat,
Kann man über Witebsk fliegen.
Man bemalt sich einen Schimmel
Mit zwei Rosen. Und hinauf
Springt man in den grünen Himmel.
Und der Himmel ist schon auf.
Man holt sich Musik herunter,
Die in einer Geige wartet.
Die ist oben, die ist unten.
Rot und grün. Und so geartet,
Dass auch Fische fliegen müssen.
Und am Ende will die Zeit
Nichts mehr von den Uhren wissen.
Und der Tod ist noch sehr weit.


Eva Strittmatter


*


Text hier gefunden.






Donnerstag, 27. Oktober 2011

blätterFall




Der Herbstwald raschelt um mich her...
Ein unabsehbar Blättermeer
entperlt dem Netz der Zweige.
Du aber, dessen schweres Herz
mitklagen will den großen Schmerz —
sei stark, sei stark und schweige!



Du lerne lächeln, wenn das Laub,
dem leichten Wind ein leichter Raub,
hinabschwankt und verschwindet.
Du weißt, dass just Vergänglichkeit
das Schwert, womit der Geist der Zeit
sich selber überwindet.



Christian Morgenstern






Dienstag, 25. Oktober 2011

Meister




Wenn der Mensch
ein inwendiges Werk
soll wirken,
so muss er alle seine Kräfte nach innen ziehen:
er muss sich
von den zerspreiteten Dingen
heimrufen und sammeln.
Und dann muss eine Stille in ihm sein
und ein Schweigen.


Ekkehart




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