Samstag, 13. November 2010

ohne Zucker




Schmerz ist berechtigt,
man soll stark werden, ihn zu tragen,
aber man soll ihn sich nicht ausreden lassen...
Derjenige, der hier als Hinterbliebener ist,
hat mit Bezug auf Kinder,
die ihm hinweggestorben sind,
seien es seine eigenen oder solche,
die er sonst geliebt hat...
einen gewissen Mitgefühlsschmerz. -
Kinder bleiben eigentlich bei uns,
und dadurch,
dass wir mit ihnen verbunden waren,
bleiben sie uns so nahe,
übertragen sie ihren Schmerz auf unsere Seelen,
und wir fühlen ihren Schmerz,
dass sie noch gerne da wären.
Dadurch wird ihnen der Schmerz leichter,
dass wir ihn mittragen.
Eigentlich fühlt das Kind in uns.
Es ist gut,
wenn es mit uns fühlen kann,
dadurch wird ihm sein Schmerz erleichtert.



Rudolf Steiner
Der Tod als Lebenswandlung
Nürnberg, 10. Februar 1918










Mittwoch, 10. November 2010

tragbar



Eine Frage ist,
ob es eine Möglichkeit gibt,
die menschliche Wesenheit so anzuschauen,
dass diese Anschauung
sich als Stütze erweist für alles andere,
was durch Erleben oder Wissenschaft
an den Menschen herankommt,
wovon er aber die Empfindung hat,
es könne sich nicht selber stützen.



Rudolf Steiner
Vorrede zu "Die Philosophie der Freiheit", 1918










Montag, 8. November 2010

sichtbar




Heute glaubt man:
Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist,
hört seine Tätigkeit in bezug auf die physische Welt auf.

Nein, sie hört nicht auf.
Ein fortwährender reger Verkehr findet statt
zwischen den sogenannten Toten und den sogenannten Lebenden.
Und wir können sagen:
Diejenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind,
sie haben nicht aufgehört,
da zu sein,
nur unsere Augen haben aufgehört,
sie zu sehen;
sie aber sind da.
Unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Willensimpulse,
sie stehen mit ihnen in Verbindung.





Rudolf Steiner
Der Tod als Lebenswandlung
Nürnberg, 10. Februar 1918











Sonntag, 7. November 2010