Samstag, 11. September 2010

Lebensfrüchte



Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Todten!

Sieh, sie umschweben dich,
Schauernd, verlassen,
Und in den heiligen Gluten,
Die den Armen die Liebe schürt,
Athmen sie auf und erwarmen,
Und genießen zum letzten Mal
Ihr verglimmendes Leben.

Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Todten!

Sieh, sie umschweben dich,
Schauernd, verlassen,
 Und wenn du dich erkaltend
Ihnen verschließest, erstarren sie
Bis hinein in das Tiefste.
Dann ergreift sie der Sturm der Nacht,
Dem sie, zusammengekrampft in sich,
Trotzten im Schooße der Liebe,
Und er jagt sie mit Ungestüm
Durch die unendliche Wüste hin,
Wo nicht Leben mehr ist, nur Kampf
Losgelassener Kräfte
Um erneuertes Sein!

Seele, vergiß sie nicht,
Seele, vergiß nicht die Todten!




Friedrich Hebbel




Sonntag, 5. September 2010

en anglais




Death, be not proud, though some have called thee
Mighty and dreadful, for thou art not so;
For those, whom thou think'st thou dost overthrow,
Die not, poor Death; nor yet canst thou kill me.
From rest and sleep, which but thy picture be,
Much pleasure, then from thee much more must flow;
And soonest our best men with thee do go,
Rest of their bones, and soul's delivery!

Thou'rt slave to Fate, chance, kings, and desperate men,
And dost with poison, war, and sickness dwell,
And poppy, or charms can make us sleep as well
And better than thy stroke. Why swell'st thou then?
One short sleep past, we wake eternally,
And Death shall be no more: Death, thou shalt die!


John Donne, 1573-1631