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Sterbenswort

Kommentare

  1. Ich hätte meine wortlosen Grüsse lieber hier lassen sollen. Stefanie ich kann nicht mehr denken. Diese Woche endet am Freitag mit einem Fest....und nun hab ich grad erfahren, dass die Tochter von Bekannten tödlich mit dem Auto verunglückt ist....
    Elisabeth

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  2. Liebe Elisabeth, ich bin froh, dass du dem Foto deine Worte dazugestellt hast. Als ich es gestern einstellte, hatte ich das Gefühl, es sollte etwas darunter stehen; nicht nur die herbe Überschrift darüber. Ich habe gestern diese Klinik und ihre Umgebung angesehen, weil dort vor zwei Jahren jemand sich das Leben genommen hat, den ich kannte, wenn auch nicht sehr nah. Ich wollte gestern mit "seinen" Augen sehen, wie es dort war als letzte Lebensstation. Tatsächlich ist es eine Sackgasse, an der die Klinik liegt.--
    Ich frage mich derzeit oft, wofür manche Menschen sterben. Ich meine nicht in dem Sinn, warum, nein wofür, noch deutlicher: für wen, für was ganz konkret. Was können sie als sogenannter Toter tun, was sie als sogenannter Lebender nicht hätten tun können? Und dann finde ich so wichtig, dass wir sogenannten Lebenden das anerkennen, das entgegennehmen, was da an Möglichkeit uns angeboten wird zur Verbesserung der allgemeinen Verhältnisse.- Heute ist in unserer Tageszeitung eine Todesanzeige, an der ich "hängenblieb": der Mensch war knapp sechs Wochen jünger als ich, starb völlig unerwartet am letzten Dienstag, 23.11.


    http://www.rheinpfalz.de/familienanzeigen/advert.php?advert=../showtime/img/upload/7195181_1.jpg


    - Mit einem relativ jungen Tod ist auch Kraft übrig, die "verwendet" werden kann in Kooperation miteinander. So empfinde ich es.

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  3. Danke für Deine Zeilen, Stefanie.
    Das sind so oft auch meine Gedanken...
    Elisabeth

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einstimmig

stimm an, tote,
das große wort,
lass uns hören,
was zu sagen ist,
gib den ton an,
damit es stimmt,
so sprechen wir
aus einem mund,
dein vorbild
lacht uns an.


Sr.

für Mirjam Hege


*

Adventsrede

Und die Bewegtheit des Herrn ist ohne Groll und von großer Dauer. Und seine Gerechtigkeit hört nicht auf, und seine Güte bleibt ewig. Und darum entfernen wir gern die Bitterkeit, wie ein enges Gewand. Und die Trauer legen wir ab, wie einen Mantel im Frühling.
Und mit viel Sorgfalt nehmen wir die Einsamkeit von unserer Stirn. Und wir weisen unsere Aufmerksamkeit hin zu den einfachen Dingen. Und wir verlassen uns auf das Dach, das keinen Regen durchlässt. Und wir vertrauen dem Stuhl, der fest steht, und der uns trägt.
Und es kommen wieder zu uns die täglichen Wiesen und die Sonntage. Und die Salamander mit den seidenen Strümpfen und goldenen Hemden. Und auch die Lämmer und die Zicklein ... meine gnädigen Freunde.
Und die Lieder der Hirten ... und die Gebete der erwachenden Frauen. Und es brechen die Tore auf ... und es treten hervor die Erkennbaren. Und sie stehen makellos da ... und sie breiten ihre Flügel aus.


Jesse Thoor


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Fischzug

Ein kleiner Junge, neugeboren, lebend geboren, wurde am Nachmittag des Karsamstags 2017 in Schifferstadt gefunden. Zwei Mitarbeiter einer Spedition  entdeckten die kleine Leiche in einem Altkleidersack. Sie waren dabei, die Säcke aus Sinsheim oder Mühlhausen in einen  sogenannten Schiffscontainer zu verladen,
der als Sammelstelle für Altkleider verwendet wird.

Der Junge war in diese beiden Handtücher gewickelt.

Wer bist du, Kind?