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an der Mauer








Die Toten sind ja fortwährend da.
Sie sind sich bewegend, 
sich verhaltend in einer übersinnlichen Welt da.
Wir sind nicht von ihnen getrennt durch unsere Realität,
wir sind von ihnen nur getrennt durch den Bewusstseinszustand.
Wir sind nicht anders von den Toten getrennt,
als wir im Schlafe getrennt sind von den Dingen um uns herum:
Wir schlafen in einem Raume,
und wir sehen nicht Stühle und vielleicht anderes nicht,
das in dem Raume ist, trotzdem es da ist...
Wir leben also nicht getrennt von der Welt,
in der die Kräfte der Toten walten;
wir sind mit den Toten in einer gemeinsamen Welt.
Getrennt von ihnen sind wir für das gewöhnliche Bewusstsein
nur durch den Bewusstseinszustand.


Rudolf Steiner
Über das Verbundensein der Lebenden mit den Toten
Vortrag am 5. Februar 1918



Kommentare

  1. Wie könnte es auch anders sein ... so ist es.

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  2. Monika, ich fand so interessant, dass er "Stühle", die wir schlafend nicht sehen, als Vergleich benutzt. Weißt du noch: irgendwann hatten wir mal das Thema "leerer Stuhl"; ich muss mal rädern, ob es mir noch genauer einfällt. Bis dann!

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  3. Ja, so ist es. Rudolf Steiner hat es so geschrieben, wie ich es empfinde.
    Robert sagte mit vier Jahren: Wenn ich schlaf, bin ich dann ein bisschen tot?
    Schlafen---der kleine Tod.
    Elisabeth

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  4. Da gibt es einen sooooooo schönen Kanon, Elisabeth, ich glaube, von Haydn: "Tod ist ein langer Schlaf". Kennst du den?

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