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zu zweit






Kommentare

  1. Ich bin jeden Tag mitten im Leben bei den Toten. Ich weiss nicht, warum ich das Wort "Tote" so wenig mag. Ich finde immer andere Worte. Meine Menschen, die voraus gegangen sind...
    meine Eltern, dort in der anderen Welt...
    ...mein Enkel, der diese Welt nur berührt hat...
    Es sind schon so Viele nicht mehr hier. Ich weiss, dass sie "tot" sind, doch sagen mag ich es nicht. "tot" kling für mich so hart und endgültig...und für mich sind sie nicht weg, sind noch da, sind in anderen Räumen, ein großer Teil ist doch geblieben...
    Dieses Bild von Dir, das mag ich. Meine Schwiegermama hat ihre letzte Ruhestätte auch mit einem Blick auf einen sanften Hügel mit vielen Bäumen. Da könnte ich stundenlang sitzen und zurückdenken, träumen...
    Ich weiss jetzt schon, falls Robert doch vorausgehen wird, dann soll er dort, bei der Oma, auf diesem Friedhof, mit der Ruhe und dem Blick auf Hügel, Wald und Himmel...dann soll ein Teil von ihm dort bleiben. Das wäre mir ein Trost.
    Elisabeth

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  2. Elisabeth,
    dieser blog bildet sich Stück für Stück, ohne dass ich anfangs eine bestimmte Vorstellung hatte.
    Nach einer Weile nun fand ich den Untertitel "lebensraum für den tod". Ich möchte keine Erinnerungs- oder Gedächtnisstätte gestalten, das weiß ich jetzt. Nicht für die Toten einen Raum, sondern mit ihnen eine Sprache finden, eine Sphäre, ein Leben , wo wir gemeinsam erklingen. ---

    Ich erlebe es anfänglich so: Wenn ich "ihnen" die Zusage gebe, miteinander zu leben, können sie näher und näher kommen und mit mir "gemeinsame Sache" machen; nicht !!! als vergangene Erinnerungen, sondern als gegenwärtige Gleichzeitigkeit. Es ist ein bisschen schwierig, diese Worte zu finden, als müsste erst eine Sprache gefunden werden, dies zu beschreiben.

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einstimmig

stimm an, tote,
das große wort,
lass uns hören,
was zu sagen ist,
gib den ton an,
damit es stimmt,
so sprechen wir
aus einem mund,
dein vorbild
lacht uns an.


Sr.

für Mirjam Hege


*

Fischzug

Ein kleiner Junge, neugeboren, lebend geboren, wurde am Nachmittag des Karsamstags 2017 in Schifferstadt gefunden. Zwei Mitarbeiter einer Spedition  entdeckten die kleine Leiche in einem Altkleidersack. Sie waren dabei, die Säcke aus Sinsheim oder Mühlhausen in einen  sogenannten Schiffscontainer zu verladen,
der als Sammelstelle für Altkleider verwendet wird.

Der Junge war in diese beiden Handtücher gewickelt.

Wer bist du, Kind?





schwiizer

luege aaluege zueluege
nöd rede sicher sii nu luege
nüd znäch nu vu wiitem ruig bliibe
schwiizer sii schwiizer bliibe nu luege.


Eugen Gomringer